Unboxing: Ein Paket von Pallia

Handarbeit im Mittelalter

Kochen, nähen, waschen, sticken, putzen, spinnen… Die Liste der alltäglichen Hausarbeiten ist lang und mühselig. Zumindest für den, der sie tun muss. Für den geneigten Mittelalter-Hobbyisten bedeutet sie hingegen ganz normale Freizeitgestaltung.

Und auch wir haben uns der Hand- und Hausarbeit des hochmittelalterlichen Alltagslebens leidenschaftlich verschrieben. In den letzten Posts haben wir das Kochen und Nähen ja schon behandelt, jetzt kommen wir endlich in den handwerklichen Bereich.

Während Ann sich seit geraumer Zeit mit dem Sticken beschäftigt, habe ich mich dem Spinnen verschrieben. Langsam wird es also Zeit, unsere Fähigkeiten auf das nächste Level zu bringen – deswegen haben wir beim Handarbeitsshop pallia.net bestellt und wollen euch in diesem Beitrag zeigen, was wir so bestellt haben.

 

Dieser Shop wird von Dr. Katrin Kania betrieben, einer in der Mittelalterszene bekannten Archäologin, die sich insbesondere auf die Textilverarbeitung und Handarbeiten im hohen und späten Mittelalter spezialisiert hat.

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Die Herausforderungen, denen wir uns nun stellen wollen, sind das Seidenspinnen und die Goldstickerei.

Daher habe ich mir bei Pallia einen Spindelstab nach Fundlage (York) und eine Wirtel bestellt, die auch für das Spinnen von Seide geeignet sind. Sowohl Stab als auch Wirtel sind sehr leicht und klein und wiegen zusammen nur ca 15 Gramm. (Vergleich: Meine bisherigen Spindelstäbe wiegen zwischen 75 Gramm (Moderne Spindel) und 30 Gramm (Selbstgebaute Spindel)) Jetzt warte ich ganz gespannt darauf, die Spindel endlich mit den Seidenfasern, die ich bereits vor einiger Zeit gekauft habe, auszuprobieren. Ein erster Erfahrungsbericht folgt in zwei Wochen.

Doch auch Ann wollte sich an neuen Techniken versuchen und wird sich daher der Goldstickerei widmen. Dazu hat sie sich das Handbuch Mittelalterliche Goldstickerei von Katrin Kania und ein Anfängerset besorgt.

Das Set enthält fünf Meter Goldlahn und je vier verschiedene, pflanzengefärbte Überfangfäden. Auch von dieser neuen Erfahrung werden wir in einem gesonderten Blogpost berichten.

Zusätzlich war es an der Zeit, endlich eine belegbare Nähnadel für Vorführungszwecke zu besitzen, deswegen kamen auch noch zwei handgefertigte Eisennadeln mit je ca vier Zentimeter Länge und 0,6mm Stärke.

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Und zuguter Letzt haben wir uns noch ein kleines Flächschen Eisengallustinte, entweder zum Vorzeichnen der Stickereien oder auch für unser Skriptorium, zugelegt.

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Damit werden wir wohl den Rest der Saison damit zubringen, die neuen Techniken zu perfektionieren, dem Publikum vorzuführen und zu erklären. Erfahrungebrichte und Updates zu unserem Fortschritt werden wir weiterhin regelmäßig in Blogposts veröffentlichen.

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