Neues aus der Gotik – Ausstellung im Diözesanmuseum in Paderborn

Lohnt sich der Weg in die Ausstellung?

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag und wurde uns freundlicherweise von Markus und Vanessa Pilgermann zur Verfügung gestellt.

Ende Oktober haben wir uns auf den Weg nach Paderborn gemacht um uns die aktuelle Ausstellung im Erzbischöflichen Diozäsanmuseum anzusehen. Unser Hund Ella hatte sich dagegen entschieden, uns zu begleiten. So altes Zeug, das größtenteils nicht „unserem“ – dem 14. Jahrhundert entspringe, interessiere sie nicht die Kaffeebohne, ließ sie wissen und machte sich lieber einen gemütlichen, freien Nachmittag in unserer Hausstatt. Wer möchte es ihr verübeln…?

Weiterlesen

Outfit of the day – Sonntagsstaat der reichen Bürgerin

Die Kleidung einer Kölner Bürgerin im ausgehenden 13. Jahrhundert

Heute zeigen wir euch als Out fit of the Day den Sonntagsstaat einer reichen Bürgerin, wie sie es in Köln um 1300 getragen haben könnte. Wir nennen diese Kombination auch liebevoll „Das Königinnenoutfit“. Für eine Königin ist es allerdings viel zu schlicht, doch für eine Bürgerin? Die Kleider sehen doch verdächtig nach Adel aus, ist das also nicht alles viel zu teuer und hochwertig für eine Bürgerin? Bürger muss man doch schließlich optisch vom Adel abgrenzen können, nicht wahr?

Die Antwort lautet: Nein, nicht wahr.

Weiterlesen

Ich hab den Dreh raus – Teil 2 – den Rocken bestücken

Vor einiger Zeit habe ich einen Blogpost zum mittelalterlichen Spinnen mit der Handspindel geschrieben. Darin habe ich beschrieben, dass im im Hoch- und Spätmittelalter ausschließlich von einem Hand- bzw. Standrocken gesponnen wurde, aber nicht aus der Hand heraus.

Viele von euch haben mich daraufhin gefragt, wie man den Rocken richtig mit Spinnfasern bestückt und ich möchte euch heute nun die Hintergründe zum mittelalterlichen Rocken aufzeigen und das ganze in einem bebilderten Tutorial zeigen.

Weiterlesen

Mythbusters: Von Bauern, Seide und Schwertern – die finanzielle Situation der Landbevölkerung im 13. Jahrhundert

Durften Bauern Kleider aus Seide tragen und ein Schwert führen?

Bauern im Mittelalter waren arm, unterdrückt und rechtlos. Sie hausten in kärglichen Hütten, mussten tagein tagaus bis zur Erschöpfung schuften und schafften es – aufgrund der drückenden Abgabenlast – meist gerade so ihr Überleben zu sichern. Sie hatten kaum Freizeit, und wenn, dann nur im in die Kirche zu gehen und dort von den Geistlichen weiter gegeißelt zu werden. Menschen in grauen und braunen Lumpen, schleppen sich verdreckt dahin, sind oftmals krank, und froh, wenn sie gerade noch ein paar Zähne im Mund haben. So, oder so ähnlich ist das populäre Bild der Bauern im Mittelalter, das uns gerne in Film und Fernsehen übermittelt wird.

Doch wie war es wirklich?

Weiterlesen

Von Bürgern die Auszogen um Bauern zu werden

Ackerbürger in der mittelalterlichen Stadt

Die mittelalterliche Gesellschaft war klar gegliedert; die Bauern lebten auf dem Land und versorgten die Bevölkerung mit Nahrung, die Stadtbewohner waren Handwerker und Kaufleute und trieben Handel mit allen möglichen Produkten und Gütern.

In den Städten kamen ab dem 13. Jahrhundert vermehrt die Zünfte auf; hier wurde in der Metallverarbeitung, der Textilherstellung oder dem Bauhandwerk und vielen weiteren Berufsgruppen gearbeitet. Ebenso zu nennen sind hier Händler, Knechte, Schreiber, Gelehrte oder Verwaltungskräfte. Aber Bauern? – Die passen nicht in das oft vermittelte Bild der Stadtbevölkerung. Bauern kamen von außerhalb, eben „vom Land“ in die Stadt, um ihre Nahrungsmittel auf den Märkten anzubieten und sich somit einen Gewinn zu erwirtschaften. Aber war es wirklich immer so?

Weiterlesen

Mythos Mittelalter – Von Prostituierten und gelben Kleidern

Trugen Prostituierte im Mittelalter gelbe Kleider?

In letzter Zeit wurden wir häufig darauf angesprochen, wie es denn sein kann, dass „brave Bürgerinnen“ wie wir es sind, in einem gelben Kleid auftreten.
(-> Nur für den Fall, dass ihr es nicht mitbekommen habt: Seit Jahren oder vermutlich Jahrzehnten wird vor allem in der Mittelalter(markt)szene, aber auch in den Medien oder gar in der Literatur immer wieder der Mythos vom „gelben Kleid“ erzählt. Diesem Mythos nach trugen im Mittelalter alle Prostituierten gelbe Kleider, weil es das Gesetz aus Gründen der Kenntlichmachung so verlangte.) In diesem Blogpost erklären wir euch die Entstehung und Hintergründe dieses Mythos und erklären, welche Farben und Kleidungsstücke wirklich von Prostituierten getragen wurden.

Weiterlesen