Einstieg leicht gemacht – Teil 4: Die FAQ der historischen Darstellung

Vor einiger Zeit haben wir mit unserer Einsteigerreihe begonnen, in welcher wir Tipps für Interessierte an der historischen Darstellung geben (Die Kosten, Wo fange ich an?, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens). Heute möchten wir diejenigen ansprechen, die sich schonmal mit dem Gedanken an eine historische Darstellung befasst haben, aber noch Zweifel ob der Umsetzbarkeit und dem Schwierigkeitsgrad haben.

Die am häufigsten gestellten Fragen an, bzw. Argumente gegen eine historische Darstellung werden hier aus unserer Sicht erläutert und wir möchten euch damit ermutigen, euch an dieses tolle Hobby heranzutrauen.

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#Gettoknowus – Alice im Land der historischen Darstellung

Vorweg möchte ich auf Folgendes hinweisen: Ich verurteile niemanden für die Art, sein Hobby auszuführen. Historische Darstellung hat ebenso seine Berechtigung, wie ambientiges Lagern auf Märkten – jeder soll es nach seinem Gusto ausleben. Mit meinen Ausführungen möchte ich niemandem auf die Füße treten und ganz bestimmt nicht die vielen lieben Leute schlechtreden, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Es geht hierbei rein um meine Motivation zur historisch fundierten Darstellung.

Irritiert starre ich auf den Bildschirm. Laura und ich suchen gerade Bilder für den Throwback-Thursday und stolpern dabei immer wieder über amüsante Marktsünden unserer Mittelaltervergangenheit. Doch dieses Foto mutet sich wie ein Suchbild an: Finde einen mittelalterlichen Gegenstand.

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Historischer Lederworkshop – Erfahrungen und Ergebnisse

Wir befinden uns mitten im Winter und der Winter ist – wie man weiß – die Zeit in der man all die Projekte umsetzen muss, die man sich im Sommer vorgenommen hat. Auf unserer Liste standen unter anderem neue Gürtel für Ann und mich und außerdem diverse Aufbewahrungsmöglichkeiten wie Taschen, Beutel usw.

Daher hat es uns umso mehr gefreut, dass wir vom lieben Milan zu einem Lederworkshop eingeladen wurden. Hier wollten wir die Grundlagen des Arbeitens mit Leder lernen und nebenbei ein paar von unseren Listenwünschen abarbeiten.

Die Ergebnisse und Vorgehensweise stellen wir Euch nun vor.

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Die Lorcher Fälschungen

Im vergangenen Semester belegte ich im Rahmen meines Studiums eine Reihe von Veranstaltungen über die Ottonen. Hierzu zählte auch ein Seminar über Fälschungen mittelalterlicher Urkunden. In der vorliegenden Arbeit könnt ihr euch also anschauen, was dabei herauskommt, wenn ich mich mit den Tricks und Tücken der Diplomatik beschäftige – und dabei den fast vergessenen Spuren eines Fälschers folge #clickbaitingvomfeinsten

Download: Die Lorcher Fälschungen

Leseprobe:

Die Urkunde spielte als Schriftstück der Rechtswelt des Mittelalters eine wichtige Rolle in Belangen der Beweisführung und auch des Rechts. Sie war nicht nur Produkt eines Fakten schaffenden Ereignisses, sondern vielmehr selber die Erschaffung der Tatsachen und dessen, was sie beweisen sollen. Wurde eine Urkunde gefälscht, so wurde also der Versuch unternommen, Tatsachen und Gegebenheiten herzustellen, die nicht gerechtfertigte Rechtssprechung, sondern Wunsch des Verfassers oder Auftraggebers waren. Ein Beispiel für diese Art der Indoktrination bieten die Lorcher Fälschungen, eine Ansammlung von gefälschten und verfälschten Urkunden aus dem 10. Jahrhundert, die unter der Leitung des Bischofs Pilgrim von Passau entstand.

Das Corpus der Lorcher Fälschungen besteht aus sechs Papsturkunden (Symmachus, Eugen II. Leo VII., Agapit II. und Benedikt VI. oder VII.), einem vermutlich nie verschickten Schreiben Pilgrims an Papst Benedikt VI. oder VII., und schließlich einer Urkunde Kaiser Arnulfs von Kärnten, die besondere Bedeutung dadurch erfährt, dass sie deutlich erwähnt, dass der Lorcher Erzbischof Vivilo seinen Sitz von Lorch nach Passau verlegte.

– Ann

Bildnachweis: Urkunde Ottos des Großen für das Mauritiuskloster in Magdeburg, ausgestellt am 23. April 961. Magdeburg, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Rep. U 1, Tit. I, Nr. 14. Quelle: Wikipedia

#gettoknowus – Die A-Päpste und ich

Wie kamen wir zur historischen Darstellung? Warum Mittelalter? Was interessiert uns? Was wollen wir mit unserem Hobby erreichen? In dieser Reihe sprechen wir über unsere Leidenschaft für die historische Darstellung und unsere persönlichen Ansichten dazu.

Wir erzählen ja öfters, dass wir selber noch Anfänger in der Living History Szene und noch gar nicht so lange dabei sind, bzw. noch nicht so viel Erfahrung als historische Darsteller sammeln konnten. Das stimmt auch, doch als wir vor knapp einem Jahr den Entschluss gefasst haben, es „richtig“ zu machen, waren wir lange keine blutigen Anfänger in der „Mittelalter“-Szene mehr.

Denn ja, auch wir sind den typischen Weg gegangen, der vermutlich ca. 98% der historischen Darsteller bekannt ist – wir haben unsere ersten Erfahrungen auf Mittelaltermärkten gesammelt, die mit Geschichte nicht viel zu tun haben.

Deswegen wollen wir Euch in dieser Reihe vermitteln, wie wir zur historischen Darstellung gefunden haben, welchen Problemen wir dabei begegnet sind und wie wir letztendlich den Weg zu unserem liebsten Hobby gefunden haben.

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„unser tegelich brot gip uns hiute“ – Ernährung im Hochmittelalter – Teil 1

„Raubeinige Rittersleute, die ihre Zähne mit gewaltigem Appetit in blutiges Wildbret schlagen, während die Bauern am Fuße ihrer Burgen hungernd dahinschmachten;(…) Gäste, die verdorbenes Fleisch mit enormen Mengen von Gewürz überziehen, so daß jedes Gericht gleich schmeckt, unwissende Köche, die mit primitiven Gerätschaften hantieren“und natürlich war stets jedermann betrunken, weil man ja kein Wasser trank, sondern immer nur Bier und Wein.

Barbarische Zeiten – barbarische Küche. So sieht das allgemeine Bild über das Essen und Trinken im Mittelalter aus – doch stimmt das eigentlich? In dieser Reihe über die Ernährung im Hochmittelalter möchte ich euch einen Einblick geben, wie das Essen zu der Zeit wirklich geschmeckt haben könnte und dass in Bezug auf die Küche nicht alles so barbarisch und unfachmännisch ablief, wie man meinen mag. Im ersten Teil der Reihe befasse ich mich zunächst damit, wie man überhaupt an die ganzen Informationen herankommt und wie man mit ihnen umgeht. (Hilfreich ist dafür auch unser Artikel: Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens )

Teil 1: Quellenlage und Recherche

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