Reine Kopfsache – Alles rund um unsere Kopfbedeckungen

Zum Abschluss unserer Headdress Appreciation Week auf Facebook gibt es heute einen Blogpost mit allen gezeigten Kopfbedeckungen, ihren Vorbildern sowie den am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Schleier, Hauben und co.

Die hier gezeigten Beispiele sind nur einige Kopfbedeckungen für das späte 13. Jahrhundert und sind keine vollständige Darstellung aller Möglichkeiten.

Wie groß muss ein Schleier sein?

Mädels, das ist so wie zu fragen „Wie lang muss ein Kleid sein?“ 😉 Denn es kommt ganz auf eure Größe an. Aber das Ausmessen ist gar nicht schwer: Legt euch ein Maßband einfach über den Kopf und lasst es so weit runterhängen wie der Schleier runterhängen soll. Dann lest ihr einfach ab und schon wisst ihr die richtigen Maße für euren individuellen Schleier. Falls ihr einen Schalschleier o.ä. machen möchtet, wickelt das Maßband in der gewünschten Häufigkeit um den Kopf und/oder Hals und ihr habt wieder genau das richtige Maß für euch.

Welchen Stoff benutzt ihr?

Prinzipiell sind mehrere Materialien für Kopfbedeckungen denkbar, sofern sie nur weiß sind. Wir nutzen Seide, Wolle oder Leinen. Feine Wolle wärmt und ist nicht so kratzig und gut für den Winter geeignet. Leinen ist luftig für den Sommer, lässt sich gut waschen und ist recht robust. Daher hat es allerdings den Nachteil, dass es zu Beginn recht steif ist und erstmal „eingetragen“ werden muss. Aus diesem Grund empfehlen wir für Schleier eher feines Leinen. Seide ist natürlich nur für feine Kopfbedeckungen geeignet und nicht besonders praktisch, dafür ein absoluter Hingucker.

Feine Wolle gibt es hier:

Färbehof

Naturtuche 1

Naturtuche 2

Feines, handgewebtes Leinen gibt es hier:

Nehelenia Patterns

Festeres handgewebtes Leinen (z.B. für Hauben) gibt es hier:

Nehelenia Patterns

Seide gibt es hier

Färbehof

Naturtuche

Muss ein Schleier rund oder eckig sein?

Das kommt ganz auf eure Darstellungszeit und/oder euren persönlichen Geschmack an. Im 13. Jahrhundert findet man sowohl eckige als auch halbrunde Schleier, es gibt aber in anderen Jahrhunderten auch andere Varianten. Schaut euch doch einfach mal unsere Sammlung von Schleiern im 13. Jahrhundert an und entscheidet selbst.

Wie schneidet man einen Schleier zu?

Das ist wirklich sehr einfach. Wenn ihr die Methode aus der ersten Antwort angewendet habt, zeichnet ihr einfach die ermittelten Längen auf ein Stück Stoff eurer Wahl und schneidet es aus. Fertig ist der eckige Schleier. Falls ihr einen runden oder halbrunden Schleier haben möchtet rundet ihr nun einfach die entsprechenden Ecken ab. Voilà, fertig ist das Schleiertuch. 🙂

Wie schafft ihr es, dass der Schleier nicht verrutscht?

Unter dem Schleier trägt man am besten eine Unterkonstruktion, im 13. Jahrhundert ist das wohl am häufigsten ein Gebende oder eine Haube. Auf diesen wird das Schleiertuch dann festgesteckt. Auch ist die Wahl des Materials für die Haltbarkeit entscheidend: Seide rutscht sehr gerne, insbesondere auf den eigenen Haar. Hier kann man Abhilfe schaffen, indem man eine Leinenhaube darunter trägt.

Leinen ist schon weniger rutschig und deswegen kann ein Leinenschleier bei entsprechender Flechttechnik und Haarfülle sogar am eigenen Haar festgesteckt werden.

Auch ein Haarenetz sorgt oft für den richtigen „Grip“ damit es nicht rutscht. Wer sehr lange Haare hat, kann sie sich zu einer Art „Krone“ um den Kopf flechten und den Schleier daran befestigen. Siehe zum Beispiel hier.

Näht ihr das alles selber oder kann ich sowas auch kaufen?

Wahrscheinlich kann man Schleier und ihr Zubehör auch irgendwo kaufen, allerdings ist es so einfach zu nähen, dass wir noch nie auf die Idee gekommen sind.

Wie macht man ein Gebende?

Für unsere Gebende haben wir zwei Leinenstreifen in der entsprechenden Länge (auch hier: einfach ausmessen! Maßband einmal um den Kopf gelegt, ein paar cm dazu geben und fertig) aufeinandergenäht. Denkbar ist es auch einen einzelnen Streifen zu nehmen und diesen umzunähen. Allerdings ist beim Gebende die Faustregel „Je steifer desto besser“ da es so nicht unschön abknickt und weniger rutscht, und mehr Lagen werden automatisch auch steifer.

Wie macht man eine Haube?

Es gibt einen Fund einer Haube aus dem 13. Jahrhundert. Die Fundbeschreibung findet ihr hier. Diese korreliert in ihrer Erscheinung weitestgehend mit Abbildungen von Hauben, welche ihr zum Beispiel auch hier findet. Einen recht gut erklärten Rekonstruktionsversuch einer solchen Haube hat die Bloggerin Katafalk vorgenommen. Nach diesem Schema haben auch wir unsere Hauben gemacht und sind damit sehr zufrieden.

Noch Fragen?

Dann schreibt uns bitte einen Kommentar oder eine Nachricht und wir werden uns bemühen euch weiterzuhelfen!

Weiterführende Links

Schleiertutorial

Haarpflege & Frisuren im Spätmittelalter

Weitere Kopfbedeckungen

Schnittmuster & Funde von Kopfbedeckungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s